Kundgebung 18.03. / 17 Uhr

Aufruf der Kampagne „Den Rechten die Räume nehmen“

Seit 1996 gibt es wieder Aktionen zum 18.3. – dem Tag der politischen Gefangenen – um auf Repressionen aufmerksam zu machen. In Deutschland findet aktuell eine massive Repressionswelle statt und in allen Teilen der Welt wird antifaschistische Arbeit kriminalisiert. Überall brennt es. Die USA erklären die angebliche “Antifa-Ost” in einem Verfahren zur Terrororganisation, der Roten Hilfe wurden daraufhin Konten gekündigt. Maja ist jetzt nach 19 Monaten U-Haft in Ungarn zu acht weiteren Jahren in Ungarn verurteilt worden. Zwei weitere Mitangeklagte im Budapest-Komplex – Anna M. und Gabriele M. – wurden in ihrer Abwesenheit ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt. Anna würden in Ungarn zwei Jahre Haft plus fünf Jahre Bewährung erwarten, Gabriele sieben Jahre Haft.

Also lasst uns laut werden! Denn anstatt darüber zu diskutieren, ob die Taten der Verurteilten und Angeklagten gerechtfertigt sind, sollten wir uns alle solidarisieren. Hier geht es nicht um Einzelfälle der Repressionen. Es geht um systematische Ausgrenzung und Verurteilung linker Proteste und damit auch um unsere demokratischen Rechte.

Parteien und ihre Rolle in der Repressionswelle

Die AfD fordert „die Antifa“ zu verbieten und stellt autonome Linke als kriminell dar. Der Versuch, antifaschistische Arbeit zu verbieten und zu kriminalisieren, ist ein Angriff auf die politische Linke. Man versucht durch Verbote und Verdrehung der Tatsachen, Repressionen gegenüber Linken zu legitimieren und zu verstärken.

Aber nicht nur die AfD handelt so. Die Anfrage der CDU, Fördergelder verschiedener Vereine und Organisationen – bspw. den „Omas gegen Rechts“ – zu kürzen, um Steuergelder zu „schützen“, ist ein Angriff auf diese unter dem Vorwand, sie würden nicht gemeinnützig handeln. Alleine daran sieht man, dass es kein Alleinstellungsmerkmal der AfD ist, gegen oppositionelle Kräfte vorzugehen.

Auch der Umgang der verschiedenen Parteien mit der rechtswidrigen Auslieferung der Antifaschist*in Maja T. sollte bei allen an den Alarmglocken läuten.

Antifaschist*in Maja T und der Budapest-Komplex

Maja T. wird vorgeworfen, im Februar 2023 als Teil einer terroristischen, antifaschistischen Vereinigung in Budapest am sogenannten „Tag der Ehre“ Rechtsextreme verprügelt zu haben. Maja wurde daraufhin am 27. Juni 2024 rechtswidrig in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Ungarn ausgeliefert und sitzt dort seitdem unter unmenschlichen Bedingungen im Knast. Maja trat für 40 Tage in den Hungerstreik, um auf die unmenschlichen Haftbedingungen aufmerksam zu machen, die unter anderem aus einer 24/7-Videoüberwachung durch Kameras, Gewalt und Einzelhaft bestehen, und wurde von der deutschen Regierung weitgehend ignoriert. Kein Mensch sollte so leiden müssen. Am 4.2.2026 wurde Maja zu acht Jahren Haft in Ungarn verurteilt.

Repressionen und warum uns das alle was angeht

Der Prozess wurde vor allem als politischer Schauprozess geführt, um Maja und uns alle einzuschüchtern. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern! Unsere Wut und unsere Solidarität vereinen uns, heute und an allen anderen Tagen. Wir sind nicht allein. Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind heute bei Maja T und den unzähligen weiteren von Repressionen betroffenen Antifas.

Die Verfahren und Namen häufen sich. Maja T., Lina E., Hanna S., Anna M., Gabriele M. – die Liste scheint kein Ende zu nehmen.

Und das geht nicht nur Linke etwas an. Wenn der Staat beginnt, die eigenen politischen Rechte zu untergraben und immer extremer repressiv gegen Menschen vorgeht, dann wird es nicht bei Linksradikalen bleiben. Der Prozess um Maja T. ist ein Mahnmal für uns alle, dass wir unsere Rechte weiterhin erkämpfen und verteidigen müssen. Also lasst uns gemeinsam und organisiert handeln, um daraus Stärke für unsere Kämpfe zu gewinnen. Und lasst uns an die denken, die – damals wie heute – Opfer von Repression geworden sind: unsere Genoss:innen, die auf der Anklagebank oder in Gefängnissen sitzen.

Wir sind ALLE Antifa und wir sind solidarisch, laut und wütend!

Deswegen – werdet aktiv! Kommt zur Kundgebung am 18.03. um 17:00 Uhr am Neumarkt (vor dem Landgericht). Und organisiert euch! Kommt zu unseren offenen Treffen: immer am ersten Montag und dritten Dienstag im Monat um 18:00 Uhr im Haus der Jugend.

 

18. März: Tag der politischen Gefangenen

Mauer RHSeit vielen Jahren gibt es bundesweit zahlreiche Aktionen zum 18. März, dem Tag der politischen Gefangenen. Viele Ortsgruppen der Roten Hilfe und befreundete Gruppen organisieren Vorträge, Filmabende, Kundgebungen, Demonstrationen und Solipartys.

Die Rote Hilfe e. V. bringt zu diesem Termin immer eine kostenlose Massenzeitung heraus, die in fünf Zeitungen beiliegt sowie in großen Mengen auf Veranstaltungen verteilt und in linken Locations ausgelegt wird. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Knastkämpfen und der Vernetzung hinter Gittern. Weitere Artikel widmen sich der Situation von politischen Gefangenen hierzulande und international. Die Zeitung erscheint als Beilage in folgenden Zeitungen:

  • 28.02.2020 Junge Welt
  • 12.03.2020 Jungle World
  • 13.03.2020 unsere zeit
  • 17.03.2020 Neues Deutschland
  • 18.03.2020 analyse und kritik

Außerdem gibt es – ebenfalls gratis – Plakate und Aufkleber zum Tag der politischen Gefangenen.

In Osnabrück könnt ihr die Zeitung, die Aufkleber und die Plakate im SubstAnZ, im Café Mano Negra und natürlich bei unserer Sprechstude erhalten.

Was tun wenns brennt? Antirepressionsvortrag im Rahmen der kritischen Ersti-Wochen

Was tun wenn’s brennt, damit eine Verhaftung oder ein Ermittlungsverfahren nicht zur Katastrophe wird? Wie verhalte ich mich am besten bei Demonstrationen, welche Angaben muss ich bei Personalienkontrollen oder Festnahmen machen und was ist eigentlich ein EA? Was darf die Polizei bei Hausdurchsuchungen und welche Rechte habe ich auf der Polizeiwache?

Alles in allem:
Wie schütze ich mich als Aktivist*in vor staatlicher Repression?

Die Rote Hilfe ist eine spektrenübergreifende, linke und bundesweite Solidaritätsorganisation. Wir unterstützen Linke, welche
aufgrund ihres politischen Handelns Opfer von staatlicher Repression geworden sind. Wir versuchen, die politischen Hintergründe von Repression öffentlich zu machen, organisieren finanzielle Hilfe und rechtliche Beratung. Die Unterstützung für die Einzelnen soll zugleich ein Beitrag zur Stärkung der Bewegung sein. Jede*r soll sich mit dem Bewußtsein an politischen Kämpfen beteiligen können, ohne hinterher im Repressionsfall alleine dastehen zu müssen.

Montag 18.11.2019
19:00 Uhr
Ort: Universität Osnabrück, Gebäude 15 (EW-Gebäude), Raum 134.