Presse- und Rundfunkfreiheit im Visier: Anklage gegen Radio Dreyeckland

Die Repressionsangriffe gegen Freiburger Radio Dreyeckland gehen weiter: Wie der Sender bekanntgab, hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe Anklage gegen einen Journalisten erhoben, der im Sommer 2022 einen Beitrag zum linksunten-Verbot verfasst hatte.

Bereits am 17. Januar 2023 hatten die staatlichen Repressionsorgane deutlich gemacht, dass Pressefreiheit nicht für unbequeme Medien gilt. Polizeieinheiten führten stundenlang Hausdurchsuchungen in den Wohnungen zweier Radiomitarbeiter in Freiburg durch, wobei sie zahlreiche Datenträger spiegelten und beschlagnahmten. Auch in die Räume von Radio Dreyeckland drangen Beamt*innen ein, und Beschlagnahmungen konnten nur mit Mühe abgewendet werden. Anlass war eine Kurzmeldung, die darüber informierte, dass das Verfahren gegen die Internetplattform linksunten.indymedia wegen der vermeintlichen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ eingestellt sei. Dass unter dem Beitrag ein öffentlich zugängliches Archiv von linksunten-Artikeln verlinkt war, nahm der Staatsanwalt zum Anlass, das Radio und seine Mitarbeiter*innen ebenfalls zu kriminalisieren.

Während das Verfahren gegen den Verantwortlichen im Sinne des Presserechts inzwischen eingestellt wurde, muss der Verfasser nun mit einem Prozess rechnen.

„Der baden-württembergische Repressionsapparat läuft weiterhin auf Hochtouren, und wieder einmal tritt er die Presse- und Rundfunkfreiheit mit Füßen“, zeigte sich Anja Sommerfeld vom Bundesvorstand der Roten Hilfe e. V. empört. „Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat offensichtlich das Prinzip von in der Verfassung verankerten Rechte nicht verstanden: Grundrechte können nicht einfach nach Gutsherrenart nach Belieben erteilt und wieder entzogen werden, wenn Medien Meinungen vertreten, die von der Regierungssicht abweichen.“ Abschließend forderte sie: „Die anhaltenden Angriffe auf oppositionelle Medien und Journalist*innen müssen umgehend beendet werden. Das Verfahren gegen den Mitarbeiter von Radio Dreyeckland muss sofort eingestellt werden.“

[via rote-hilfe.de]